Die Landesregierung hat unter Federführung von Landeshauptmann Christopher Drexler und Wohnbaulandesrätin mit einer umfassenden Wohnraumoffensive auf die Herausforderungen des Wohnungsmarktes und die Probleme der Bauwirtschaft reagiert. Neben dem Geschoßbauturbo geht es auch darum, jungen Familien trotz KIM-Verordnung und hoher Zinsen, den Zugang zu Wohnkrediten zu erleichtern.
Die Zukunftsaussichten für die Bauwirtschaft und die Immobilienbranche stellen sich alles andere als rosig dar. Steigende Zinsen, deutlich höhere Baukosten und nicht zuletzt die KIM-Verordnung haben die Lust der Steirerinnen und Steirer am Schaffen von Wohnraum im Vergleich zu vergangenen Jahren deutlich gebremst. Die Prognosen für 2024 und 2025 weisen auf einen Rückgang von jeweils etwa 11,2% hin, wie die Statistik Austria berichtet. Landeshauptmann Christopher Drexler sieht im neuen Wohnraumpaket die Möglichkeit, das Wohnen wieder leistbarer zu machen – egal ob in Miete oder Eigentum: „Wir sind schon bisher österreichweit mit umfassenden Maßnahmen für das Wohnen vorangegangen. Das findet nun mit einem der größten Pakete für leistbares Wohnen, das in unserem Bundesland in den letzten Jahrzehnten geschnürt wurde, seine Fortsetzung.“ Wohnbaulandesrätin Simone Schmiedtbauer will weiterhin auf die Unterstützung bei der Eigentumsbildung setzen. Ebenfalls in ihrem Fokus stehen ressourcenschonendes Bauen sowie die Schaffung weiterer Sanierungsanreize beim Wohnbestand. Die Landesregierung will den stotternden Baukonjunkturmotor wieder zum Laufen bringen. Ihr wichtigster Hebel ist die Wohnbauförderung als stabilisierender Faktor.
Eine der Maßnahmen ist der sogenannte „Geschoßbauturbo“: Um das Angebot an leistbaren Wohnungen in der Steiermark zu erhöhen und die Mieten zu senken, werden mit dem Geschoßbauturbo neben den bestehenden Förderkonditionen zusätzlich rund 1.100 geförderte Wohnungen im mehrgeschoßigen Wohnbau errichtet. Damit sollen in den nächsten drei Jahren insgesamt mehr als 5.500 neue geförderte Eigentums- und Mietwohnungen mit Kaufoption entstehen. Diese Wohnungen, so das Versprechen, werden nicht nur leistbar, sondern auch ökologisch und hochwertig sein.
Jungfamilienbonus stärkt Eigenmittelbasis
Besonderes Augenmerk wir auch darauf gelegt, jungen Menschen – insbesondere Familien – das Schaffen von Wohnungs-Eigentum deutlich zu erleichtern. Der „Jungfamilien-Bonus“ ist ein weiterer zentraler Bestandteil der Wohnraumoffensive. Ab dem 1. September 2024 können Jungfamilien einen Bonus von bis zu 10.000 Euro als Einmalzahlung erhalten. Dieser Bonus steht Familien zu, bei denen mindestens ein Ehepartner unter 35 Jahre und beide unter 40 Jahre alt sind, und die erstmals Wohnräume oder notwendige Einrichtungsgegenstände erwerben. Der Jungfamilien-Bonus wird in zwei Kategorien je nach finanziellem Aufwand gewährt: Bei einem Aufwand bis 100.000 Euro beträgt die Förderung 4.000 Euro, bei höheren Ausgaben 10.000 Euro.
Zudem soll die Eigenheimförderung attraktiver gestaltet werden – Ziel ist unter anderem, boden- und ressourcenschonendes Bauen zu unterstützen. Das Land Steiermark stellt künftig höhere Landesdarlehen von bis zu 200.000 Euro für den Neubau, den Kauf und die Sanierung von Eigenheimen zur Verfügung. Dabei werden besonders ökologische Maßnahmen begünstigt. Die Darlehen haben eine Laufzeit von 30 Jahren, mit anfänglichen Zinsen von nur 0,25 Prozent, die bis maximal 1,5 Prozent in den letzten fünf Jahren der Laufzeit ansteigen.
Eine weitere Maßnahme zielt auf die thermische Sanierung von Eigenheimen für Haushalte mit niedrigen Einkommen ab. Über die Sonderförderung „Sanieren für Alle“ erhalten Haushalte aus den untersten drei Einkommensdezilen eine Förderung von bis zu 75 Prozent der Sanierungskosten. Diese Initiative, die bis Ende 2025 befristet ist, soll etwa 750 Eigenheime zusätzlich klimafit machen und den Bewohnern helfen, Energiekosten zu senken.
Unterstützung für die Bauwirtschaft
Nachdem die Bundesregierung die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Wohnbauoffensiven in den Ländern geschaffen hatte, reagierte die Steiermark am schnellsten. Die Bauwirtschaft hat die Hilfe bitter nötig: Der Bauproduktionswert im Bauhauptgewerbe wird zurückgehen, und das wirkt sich auch bereits auf den Arbeitsmarkt aus: Erstmals seit 2015 ist die Zahl der unselbständig Beschäftigten rückläufig, die Arbeitslosigkeit im Bauhauptgewerbe war zu Beginn des Jahres um 8,7 Prozent gestiegen.
Daher ist das Paket so gestaltet, dass nicht nur private Häuslbauer und Wohnungskäufer profitieren. Auch an den gemeinnützigen Wohnbau wurde gedacht. Durch eine Sonderförderung sollen zusätzlich 1.400 Mietwohnungen, die im Eigentum gemeinnütziger Bauvereinigungen stehen, thermisch saniert werden. Dies senkt den Energiebedarf und spart den Mietern langfristig Geld bei den Betriebskosten. Damit setzt man nicht nur wirtschaftliche, sondern auch ökologische Akzente – die durchaus ambitionierten Maßnahmen sind Kern einer zukunftsorientierten Wohnpolitik. Der Umsetzungsplan sieht vor, dass die Förderungen ab dem 1. September 2024 beantragt werden können. Leistbares, nachhaltiges und hochwertiges Wohnen wird trotz Inflation wieder für alle Steirerinnen und Steirer möglich.
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